Bayerischer Wald/Tchechien Tour 2008
Eine Reise in den Süden, von uns aus eher Südsüdosten
Ab Emmerich, Duisburg und Dinslaken.
Tag 1: - Freitag. Der 30. Mai. Wir treffen uns bei Ludger. Wir das sind zunächst Werner, Ludger, Brigitte und ich. Jetzt beginnt der Urlaub. Wir fahren Autobahn bis Düsseldorf und die B8 bis zur Autoverladung. Wir warten ein wenig, verladen, warten noch ein wenig und dann kommt Eckart aus Duisburg. Wir beziehen unsere Abteile. Ich habe mit Brigitte ein komplettes Liegewagenabteil mit 5 Schlafplätzen. Die anderen drei teilen sich ein gleiches. Werner hat Bier mit, Ludger ein Obstwässerchen, ich eine Flasche Meyers Rum. Diese Nacht kann nix schief gehn. Leider hat der Zug keinen Speisewagen und die Bestückung des Vorratsraumes im Schlafwagen ist auch nicht sehr umfangreich. Ich renne dahin und kaufe 1 x Limo für Brigitte zum Bier, den gesamten Cola-Vorrat (6 Flaschen) und noch 3 Drittelliter Bier. Gesamtpreis 26 Euro und ein Bisken. Wir sitzen in unserem Abteil. Unsere Nacht ist gerettet. Brigitte ist müde und legt sich ins Herrenabteil zum Schlafen. Eckart bleibt dafür bei mir. Er hatte eine etwas unruhige Nacht, wie er sagt. Ich hab wohl was erzählt (im Schlaf) was er nicht verstanden hat. War ihm alles zu undeutlich. Am nächsten Morgen gib es Frühstück. Der Zug hat wegen Unwetter eine andere Route nehmen müssen und die bereitgestellten Brötchen am entsprechenden Bahnhof leider nicht aufnehmen können. Was soll’s. Ein bahn-spezifisches Croissant nicht cross sondern eben bahn-spezifisch und der entsprechende Kaffee bringen uns ins Leben zurück.

Tag 2: Samstag, frisch gebügelt, eher etwas geplättet nehmen wir Fahrt auf nach Bayerisch Eisenstein. Nach einigen Interpretierungs-Schwierigkeiten mit meiner Susi geht es dann richtig los. Keine Autobahn (dann wären wir ja schon in 2 ½ Stunden am Ziel). Nur Nebenstraßen, also ca. 5 Stunden Fahrzeit. Und was für eine Nach den 108 km von gestern bis Düsseldorf, kommen jetzt 272 km bayrischer Boden hinzu.
Wir machen sogar eine Fährfahrt über die Donau. Ludger ist die ganze Zeit nicht so richtig gut drauf. Oder er tut nur so. Ich bin auch ganz schön groggi. Eckarts Tatendrang wird durch seine Flensburg-Punktesammlung ein wenig eingeschränkt. Er fährt in den geschwindigkeitsbegrenzten Zonen eben genau diese Tempi. Das Leitross, eben ich, muss sich halt anpassen. Ca. 30 km vor dem Ziel schmeiß ich fast mein Mopped um. Brigitte hat gegen gehalten, sonst wären wir im Stand umgekippt und hätten auf dem Bart gelegen. Ludger macht 25 km später Bekanntschaft mit den nicht immer so guten Straßenzuständen. Ein Riss, ein Schreck. Straße weg. Nix passiert. Er war eben nicht so ganz gut drauf heute. Ankommen, abrödeln, einchecken, Kurtaxe bezahlen (war schwierig für die Rezeptionistin, wollte uns alle etwas besch... ist aber nicht gelungen.). Zimmer beziehen, Abendessen.

Tag 3. Sonntag. Eigentlich kein Anreisetag aber Angelika und Michael stoßen heute zu uns. Waren bis vorgestern in der Türkei. Sie sind mit den Moppeds runter gefahren. Derweil haben wir anderen unsere erste Tschechien-Tour gefahren. Tourtip aus dem Internet, hat Eckart beigesteuert. Geht von Eisenstein über Zelezna Ruda nach Nyrsko mit einem Abstecher nach Klatovy, zum Essen auf dem Marktplatz, zurück nach Nyrsko und über Arrach bis Viechtach, Geiersthal und Bodenmais wieder zurück nach Eisenstein. Werner macht den Tourguide und biegt nach Zelenska Ruda links ab in die „Karpaten“ die Straße wird zwar schlechter, bleibt aber für unsere Moppeds gut befahrbar. Es geht rauf und runter, links und rechts, mal die Sonne vorne, mal hinten, mal seitlich. Irgendwie drehen wir uns im Kreis. Und wir kommen ca. 10 km vor der Abbiegung wieder auf die alte Route zurück. Ehe wir uns versehen sind wir dann auch schon wieder aus CZ raus und drehen um. Der Sprit ist hier nun mal etwas preiswerter als in D. Einen Forstbeamten treffen wir, der uns die altbekannte Geschichte von dem hochnäsigen Deutschen erzählt, der mit einem 100€-Schein seine Zigarette anzündet, wo doch er, der arme Förster nur 300€ im Monat verdient. Sagt’s und fährt in einem fast neuen Audi A4 davon ?? Er hat auch noch einige Wort über seine Soldaten-Ausbildung in Kasachstan erzählt aber das passt hier nicht hin. Nach diesem Erlebnis halten wir jetzt natürlich Ausschau nach den armen Mädchen, die im Grenzgebiet herumstehen. Die sollen so arm sein, dass sie sich nicht mal ein Höschen leisten können. Und dann gibt es noch die vietnamesischen Trachten-Tricot-Shirt-Schuh-Hosen-Zigarettenverkäufer. Aber nicht mehr so viele wie vor vier Jahren, als wir in der sächsischen Schweiz waren. Das Hotel Waldspitze in Eisenstein ist unser Domizil. Es ist nicht gerade Spitze, wie der Name sagt aber ganz erträglich. Man hätte wegen der 2 oder 3€ Aufpreis zwar auf die Halbpension verzichten und auch a la Carte essen können aber die Hauptmahlzeiten werden in Böhmen verzehrt. Ist wieder ausgesprochen lecker dort. Auf der Fahrt zurück finden wir noch eine Traktorausstellung mit alten Maschinen und einigen alten Moppeds und PKW. Wir kommen gegen 16:30 nach Eisenstein zurück. Angelika und Michael sind gerade angekommen.. Bei Regen gab’s für sie einen Schauer, sonst war die Anreise gut. Die beiden haben rund 700 km auf der Uhr, wir heute ca. 185.

Tag 4: Montag. Werner hat das Vorausfahren anscheinend gut gefallen. Er macht sich eine Liste laut Karte und es geht los. Hier nur die von ihm aufgeführten Orte. Ob wir sie alle erreicht haben, mag ich nicht beschwören. Aber die Tour war schon klasse. Eisenstein, >Hartmanice, Klatovy, Annin, >Susice, Rabi >Horazdovice, Katovice, Strakonice, Radojovice, Volyne, Ckyne, Vimperk, Horni Vitavice, Strazny, Philippsreuth, Mauth, Kreuzberg, Grafenau, Schönberg, Kirchdorf, Zwiesel, noch mal rauf zum großen Arber am Motorradtrefff am Arbersee ein kurzer Stopp und zurück nach Eisenstein. Die Rundtour war heute 231 km lang. Gegessen haben wir in einem netten Restaurant ca. 12 km vor der Grenze an der Hauptstraße 4 bei Strazny. Dort haben wir richtig böhmisch geschlemmt. Eckart und ich haben Haxe bestellt. Konnte man so nennen. Riesen Teile. Die Schweine hier müssen elefantöse Ausmaße haben. Mit allen möglichen Knödelscheiben, Blau- und Weiskraut. Schmeckte saugut. Die anderen waren auch zufrieden. Angies Pallatschinken-Teller war fast so groß wie mein Haxenteller. Und dort haben wir auch die Armen Mädchen gesehen. Da war so ne Einlage mit: mal gucken wie lange es dauert. Nach drei Minuten war sie wieder zurück ??!!??. Das Thema Dreiminuten hat uns die ganze übrige Zeit verfolgt. Auf der Rückreise, vor der Grenze stand dann noch Goldlöckchen. Ich hab sie leider nicht gesehen, kann sie also nicht so richtig beschreiben. Ihr Haar soll soooo lang gewesen sein. Und dann muss da noch eine gewesen sein, mit zwei Sofakissen und man sagt die hatte hinterm Baum ’nen Spind zum Wäschewechseln. Obwohl, wie war das mit den armen Mädchen ??

Tag 5 – Dienstag. Michael nimmt eine Tour von ca. 256 km, die er zuhause zusammengestellt hat und fährt voraus. Auf die einzelnen Tour-Orte braucht man gar nicht unbedingt einzugehen. Wenn man seinen Routenplaner mit 2 bis 4 Orten füttert und verbietet Autobahnen, bekommt man hier in der Gegend immer eine prima Strecke mit Berg- und Talfahrten zusammen. Für uns ist es natürlich obligatorisch, dass wir in CZ essen. Dort schmeckt es einfach besser. Obwohl die Metzgerei Schiller in Viechtach, da gibt’s auch leckere Sachen. Und gegenüber ist ein Internet-Cafe, da schaut man mal eben in die Post. Gefahren Sind wir am Ende dann 260 km. Passt doch, oder??

Tag 6 – Mittwoch. Die Frisuren halten, das Wetter nicht. Heute regnet’s. Was soll’s, es gibt doch Regenklamotten und nach Regen müssen wir ja nicht (die Kreisstadt von Bayerisch Eisenstein). Anziehen, losfahren. In CZ gibt es einen See. Liegt östlich von Eisenstein. Der Weg ist das Ziel. Wir wollen dahin. Dann fahr’n wir halt über Österreich zurück und noch mal bei Strazny zu dem netten Lokal. Das drei-Minuten-Mädel steht draußen an der Hauptstraße. Hat heute eine weiche Trainingshose an. Also doch nicht ganz so arm. Wir essen noch mal böhmisch-lecker. Zweimal waren wir schon nass. Auf dem Hinweg ging’s teilweise über gepflasterte Straßen. Auf dem Rückweg noch mal Da durch. War die kürzeste Strecke. Das unheimliche Pflaster haben wir wegen der Wassermassen nicht gesehen. Nach 332 km sind wir wieder zurück bei unserer Herberge.

Tag 7 – Donnerstag 186 km über Tschechien nach Furth im Wald und Ed Hardy. Ed Hardy, was ist das? Ed Hardy, wer ist das? Werner hat seiner Tochter versprochen, was mitzubringen und er feilscht wie ein Araber mit den Vietnamesen. Und – manchmal klappt’s halt mit dem Preis. Ein Shirt hier, ne Jacke da, nen Gürtel und was noch ?? Ach ja, Werner hat alles doppelt mit. Er hat viel Platz in den Koffern und in der Rolle an seiner R 1100 S. Peter hat nicht minder Stauraum an seiner 1100 RT, Ludger hat Riesenkoffer für seine 900er Diversion. Was da alles drin ist, können die anderen nicht ergründen. Er hat das Einzelzimmer. Er hat sich oft dahin verzogen..??? Angelika mit den Kofferschubladen an ihrer 1200er GS ist vom Platzangebot her zu beneiden. Und dann hat sie noch ein Topcase für die privaten Sachen, die man als Frau so braucht. Michael mit seiner FJR 1300 hat zwar nicht ganz soviel Platz mit Topcase und zwei Koffern aber Brigitte und Ich müssen uns mit ner Reisetasche und zwei Standard-Koffern an der K 1200 RS (Brikett) begnügen. Der linke Koffer ist wegen der Auspuffmulde eher mickrig aber auch wir haben alles mitbekommen, aber nix doppelt. Heute hat Brigitte ihren obligatorischen Wandertag eingelegt. Sie ist in Eisenstein geblieben. Werner hat mich immer gesucht, weil er die zwei Köppe auf dem Mopped vermisste. Pallatschinken gibt es in Zelezna Ruda für 80 Cent !!

Tag 8 – Freitag. Brigitte hat vom Wandertag eine Broschüre mitgebracht. Es gibt in einem Ort einen Wald-Wipfel-Weg. In Maibrunn (/www.waldwipfelweg.de) da fahren wir heute hin. Insgesamt kommen ca. 192 km zusammen. Das reicht für den letzten Tag.

Tag 9 – Samstag Heimreise. 743 km bis Emmerich. Etwas weniger bis Duisburg und Dinslaken. Werner schmeisst sein Mopped ca. 5 km vor der Autobahn ins grüne. Wir konnten nicht genau herausfinden was die Ursache war. Zum Glück ist ihm nix passiert und seine 1100er hat nur ein paar Macken und bleibt weiter fahrbereit.
Wir essen in Geiselwind, beim Autohof Strohofer, will es gerade da mit dem Regen anfängt. Beim Wegfahren ist es wieder trocken aber bei Frankfurt gibt’s noch mal gehörig die Jacke nass.

Das war ne schöne Tour, trotz der angeführten Widrigkeiten. Ich habe insgesamt 2512 km auf dem Tacho. Mit den Spritpreisen ist das nicht ganz so günstig wie in den Vorjahren. Meine 1200er hat sich insgesamt für 230€ 158 Liter Super 95 rein getan. Das macht ca. 6,3 l/100 km.
Was machen wir nächstes Jahr ??
daaaaaaa, fahrn wir hin .......