Tour Litauen 2018

vom 19. August bis 1. September - 2.200 km in 15 Tagen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Samstag, dem 18. August zunächst ein Besuch bei unserem Bürgermeister Peter Hinze auf dem Rathausvorplatz in Emmerich am Rhein. Hier bekommen wir einen Umschlag für den Bürgermeister unserer Partnerstadt Silute in Litauen und den Auftrag, diesen mit herzlichen Grüßen aus Emmerich am kommenden Dienstag zu übergeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                 

 

                                                                   Motiviert, Kräder gewartet, Tank voll, Pässe o.k.

                                                                   v.l.   Dieter, Jörg, Susi, Mathias, Brigitte und Carlo.

Tag 1, Sonntag 19. August Treffen der Teilnehmer Gitti, Carlo, Dieter, Jörg, Pampi und Susi an der Aral-Tankstelle im Industriegebiet in Emmerich. Mit vollem Tank geht’s los. Zunächst über die A3 bis Abfahrt Bocholt-Rees und danach über die B67 bis Abfahrt Aasee bei Bocholt. Von hier nehmen wir Werner mit und fahren weiter Richtung Dülmen. Dort auf die A43 bis Münster-Süd und weiter auf der A1 bis kurz vor Lübeck. Hier wechseln wir auf die A21 und danach auf der B404 bis Kiel. Dann auf Stadtstraßen zum Fähranleger der DFDS Seaways in Neumühlen-Dietrichsdorf. Hier noch ein Stopp beim Rasthaus zum goldenen M,da leider keine andere Restauration in der Nähe zur Verfügung steht. Auf dem naheliegenden Autohof ist leider der Imbiss sonntags geschlossen. Am Anleger einchecken. Hier kommt noch Stefan, der letzte unserer Teilnehmer dazu. Danach auf die Fähre. Wie schon auf früheren Fährfahrten: eine Etage runter und dann vier Etagen mit Gepäck durchs enge Treppenhaus. Die Prozedur ist fast so arg wie die komplette Anreise. Bei der Rezeption Kabinenschlüssel abholen und ab nach Deck 6 zu den zwei 4er-Innenkabinen. Hier erst mal die Motorradklamotten ausziehen und dann wieder runter auf Deck 5. Hier gibt’s was zu trinken und Essen gibt’s auch. Jetzt haben wir erst mal 22 Stunden Zeit uns zu sortieren: rumsitzen, schlafen, essen, trinken, Raucherzone suchen, Ostsee gucken und am…

Unsere Tankstopps: 1= Tecklenburger Land, 2= Grundbergsee, 3= Buddikate (alle A1)

 

Tag 2, Montag 20. August … um 17:00 Uhr Ankunft in Klaipeda (früher Memel).

Erst mal warten und warten und Klamotten auf die Bikes packen und rausfahren aus dem "Sperrgebiet“ des Hafens. Hier sollte eigentlich unser Gastgeber Werner II auf uns warten. Also telefonieren und warten und warten und dann geht’s hinter dem VW Touareg her zur nächsten Fähre. Die fährt aber nur ein paar Meter vom Festland zur Kurischen Nehrung. Danach erst mal ca. 8 km auf der einzigen Hauptstraße über die Nehrung bis zum nächsten Stopp. Hier beginnt der Nationalpark Kursiu Nerija in dem unser Zielort Preila liegt. Das sind von hier noch ca. 35 km. Angekommen erst mal ein Begrüßungsbier.

 

 

 

Unsere Unterkunft in Preila.

Tag 3, Dienstag 21. August Heute zur Pflichtveranstaltung nach Silute. Die ersten Bekanntschaften mit den Straßen auf dem Festland, die sind fast genauso mies wie die auf der Nehrung. Dafür könnte Litauen sicherlich noch weitere EU-Gelder gebrauchen. Wir müssen nach Silute. Werner II hat eine nette Bekannte, Grasilda, die in Vilnius als Professorin im Institue of the Lithuanian Language arbeitet und mehrere Fremdsprachen u.a. Deutsch spricht. Sie verbringt jedes Jahr einige Tage bei Werner II in Preila und hat es sich nicht nehmen lassen, uns nach Silute zu begleiten. Die Zeit scheint gut bemessen aber es sind doch einige kleine Geschwindigkeitsübertretungen nötig um den Termin um 11:00 Uhr zu halten.

10:55 Ankunft, Mopeds abstellen, kurze Begrüßung durch 2 Mitglieder des Freundeskreises Emmerich aus Silute. Dann ins Ratszimmer des Bürgermeisters. Herzliche Begrüßung. Übergabe des Briefes und Grüße aus Emmerich übermitteln. Nach einigen netten Worten bekommen wir als Wegzehrung 2 Kartons Räucherfisch geschenkt. Auf Alkohol muss leider verzichtet werden wegen der 0,0 Promillegrenze in Litauen. Danach noch ein Foto vor dem Rathaus.

 

Im Anschluss noch ein kleiner Rundgang durch Heydekrug (Silute) - mit einigen Sehenswürdigkeiten – bis zu einem Lokal mit Länderspezialitäten. Grasilda ist ein wenig verwundert, dass Werner und Ich Pizza Calzone bestellen. Leider hat der Pizzabäcker das Zuklappen vergessen. Schmeckt aber einigermaßen, mit Gurken drauf und so.

Wo wir nun einmal in Silute sind besuchen wir auch gleich noch die Vogelwarte Vente ragas (vormals Windenburger Eck). Hier werden wir von einem interessanten Vogelkundler erwartet. Er erzählt in der Landessprache und lässt Grasilda übersetzen. Wir merken jedoch schnell, dass er uns versteht und lächelt als Grasilda die Namen der verschiedenen Vogelarten aus ihrem Gedächtnis herauskramt. Als er unsere Rückenteile sieht sagt er nur: „Uhu-Uhu-Uhu“. Wir kleben ihm einen Uhu an die Wand und ich kaufe mir ein Käuzchen als Andenken, gefüllt mit Bernstein.

 

Nun ist der Einkauf fällig. Wir fahren zurück nach Klaipeda und besuchen einen Penny-Markt um unsere Grundbedürfnisse für die nächsten Tage befriedigen zu können. Jörg zieht sich aus den vorderen auf die hintere Reihe zurück. Er bleibt bei den Mopeds. (dann braucht er im Laden nichts zu suchen). Dosenfleisch gibt’s im Maximamarkt, nebenan. Ist für das erste gekochte Essen am Folgetag. Nach dem ersten reichlichen Geldausgeben geht es zurück zu unserer derzeitigen Heimat nach Preila. Klappt ganz gut mit all den Bikes hinter dem Auto. Keiner geht verloren. Wieder Fähre, wieder Naturpark-Eintritt. Jetzt sind wir bald da. – Denkste. -. Im Reservat kommt uns ein LKW-Kipper einer renommierten deutschen Marke entgegen. Just in dem Moment als ich kurz vor seinem Ende bin öffnet sich die Ladeklappe einen Spalt und eine schwarze Masse kommt, zunächst als kleiner Streifen und im nächsten Moment als dicker Schwall heraus. Wie gesagt, ich bekomme nur etwas ab, die hinter mir fahrenden trifft es zum Teil ganz schön hart. Werner sagt später über seine Gedanken in dem Moment: „Oh Herr, lass es Mutterboden sein!“ Ist es aber nicht. Der Laster hat 20t Klärschlamm geladen. 2 davon sind auf uns bzw. die Straße geflossen. Ein kurz hinter dem LKW fahrender PKW hat das Zeug dann auch mit Bravour über Gitte, Carlo und Susi verteilt. Schöne Sch… Ich fahre nach kurzer Diskussion mit Werner, wir beide haben nur wenig abbekommen, weiter zur Unterkunft. Dort nehmen wir uns unsere Bikes und Klamotten mit dem Gartenschlauch vor. Die anderen warten auf Polizei und Feuerwehr, die Dank Grasildas unermüdlichen Telefonaten endlich am Ort des Geschehens eintreffen. Nach einigen Versuchen mit verschiedenen Pumpen und Schläuchen gelingt es der Feuerwehr die Straße und auch die eingesauten Mopedfahrer und Motorräder oberflächlich zu reinigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leuchturm  Vogelwarte

Hier ist Susi dran. Der Feuerwehrmann gibt sich alle Mühe sie vom Dreck zu befreien

 

Stunden später sind wir alle wieder in Preila vereint. Von nun an hat die Waschmaschine erst mal keine Pause.

Wir sind zwar geschockt, aber hungrig sind wir auch. Werner II und Grasilda haben beim örtlichen Fischer auch Räucherfisch bestellt und so lassen wir uns mehrere Portionen davon schmecken. Diese Nacht wird etwas länger, wir sitzen noch zu dritt spät draußen und werden von unserem Herbergsvater auf Wunsch von Grasilda zur Ordnung gerufen. An dieser Stelle bitte ich nochmals um Entschuldigung. - Die Tour war heute ca. 220 km lang.

 

 

 

 

 

Das gibt es auch nur hier, mobile C Schlauch Waschstraße auf Anfrage für Biker.

Aber irgendwie muss die Sche... ja wieder runter.

Tag 4, Mittwoch 22. August. Heute Ruhetag – auch wegen der Promillegrenze. Ein Teil von uns geht zur Ostsee zum Schwimmen, ein anderer Teil per Fahrrad in die Umgebung. Ich kümmere mich um den Bohneneintopf. Nach dem Essen noch ein wenig spazieren mit Lehrstunde durch Werner II über die Geschichte Preilas usw.

 

Tag 5, Donnerstag 23. August. Es geht nach Nida, an die russische Grenze. Insgesamt 36 km. Hier gibt es auch einen Maxima-Supermarkt. Noch ein wenig zukaufen und Eis essen. Das Thomas-Mann Haus besuchen, Bernsteinstände angucken. Also noch ein Ruhetag.

 

Tag 6, Freitag 24. August. Heute wollen wir ans Ende der Nehrung im Norden. Beim ersten Stopp unterwegs meint Susi, sie würde lieber erst tanken. Ich fahre mit Ihr nach Nida. Der Rest fährt weiter bis Judokrante um dort in einem Cafe auf uns zu warten. Als wir nach Kaffee usw, unsere Tour fortsetzen wollen, streikt der Touareg. Nach einem Telefongespräch mit einem Bekannten aus Preila kommt dieser um gemeinsam mit Werner II nach Klaipeda zur VW-Werkstatt zu fahren. Wir Biker setzen unsere Fahrt alleine fort und kommen bis zum Delfinarium gegenüber von Klaipeda. Dort machen wir eine kurze Pause und schauen uns ein wieder errichtetes altes Fischerdorf und ein paar alte Kutter an. Danach zur Ostsee. Hier ist ein Strand, den Werner II uns wegen der Bernsteine ans Herz gelegt hat. Zum Glück steht hier ein Verpflegungszelt, denn kurz nach unserer Ankunft beginnt es zu regnen. Also, wenn ein Loch in den Wolken ist, wollen wir zurück nach Preila. Das Loch ist ein bischen zu klein, wir bekommen die Jacke ganz schön nass. Diesmal nur der Wiedereintritt ins „Reservat“ Dann fährt unser Werner vor und prompt einen Ort zu früh also nach Prevalka ab. Ich denk noch: „Der hat die Karte studiert und einen anderen Weg gefunden.“ Wir werden durch ein Schild Radweg und eine Sperre, ziemlich eng für Motorräder, gestoppt. Es geht noch rechts ein Sandweg in den Wald. Die Richtung scheint zu stimmen und wir kommen wieder zurück zur Hauptstraße. Werners Kommentar: „hab mich vertan.“ – stimmt. Gegessen haben wir heute Nudeln mit Gulasch und gefahren sind wir ca. 130 km.

 

Tag 7, Samstag 25. August. Es tröpfelt – Schmiselregen sagen wir dazu. Heute fahren Gitte, Jörg und ich nach Nida zum Einkaufen. Bier bis meine Koffer voll sind und Lebensmittel und Knabberzeug in Jörgs Koffer. Man wundert sich was man so unterbringen kann. Also nur 20 km für das leibliche Wohl.

 

Tag 8, Sonntag 26. August. Das Wetter sieht noch immer nicht sehr berauschend aus. Werner und Carlo fahren zum Tanken nach Nida. Stefan und Susi fahren mit den Rädern durch Wald und Sand. Ich mache derweil 2 dicke Hähnchen und 2 Keulen im Bräter. Dazu gibt’s Salat und Salzkartoffeln.

 

Tag 9, Montag 27. August. Das Lotterleben ist vorbei, heute geht es nach Lettland. Liepaja ist das Ziel. Vorher soll ein Stopp in der Touristenhochburg Palanga (Polangen) stattfinden. Hier finden wir jedoch keine Möglichkeit unsere Fahrzeuge abzustellen Als wir über die Grenze kommen und den ersten Stopp machen fragt Werner II, der ist zwischenzeitlich auf einen Benz W123 aus älterer Zeit umgestiegen: „Kann mir mal einer sagen was Adolf hier wollte?“ Darauf haben wir anderen auch keine Antwort.

 

Auf jeden Fall am Hafen in Liepaja gibt es ein einladendes Restaurant. Man sitzt draußen zwar nur auf Pallettenmöbeln aber das Essen scheint vielversprechend zu sein. Werner II vertut sich und bestellt gleich 5 Hacksteaks. Wir helfen alle kräftig mit um den Schaden in Grenzen zu halten und nichts verkommen zu lassen. Nach kurzer Besichtigung wieder nach Litauen zurück.

Tourlänge heute ca. 300 km in 6:02 h Fahrzeit Stundenmittel 47 km Topspeed 122 km/h

 

Tag 10, Dienstag 28. August – Wieder Ruhetag, Wetter bedeckt, kein Regen. Kurztour zum Strand. Ich mach derweil Salat aus Resten. Pampi verschmäht den Kartoffelsalat. War ne saure Gurke drin geschnippelt. „ich mag keine Gurken“

 

Tag 11, Mittwoch 29. August – Motorradtour von Preila über Klaipeda, Plunge, Plateliai, Salantai, Kretinga, Klaipeda nach Preila.

Von Plateliai, wo wir rasten (hier gibt’s Klapp-Pizza aber nicht wie beim Italiener), nach Salantai sollte eigentlich eine Schotterstrecke sein. 16 km könnten das durchs Geröll werden aber wir finden eine der besten Straßen des ganzen Urlaubs vor. In Klaipeda hab ich mich dann verfranst und wir kriegen doch noch unsere Schotterstrecke. Die sieht aber von weitem schlimmer aus als sie wirklich ist. Wieder Fähre, wieder Nationalpark wieder in Preila.

 

Tag 12, Donnerstag 30. August - Preila-Tag. Werner und Carlo fietsen zur Ostsee zur Bernsteinsuche, Susi, Jörg und Stefan mit dem Bus nach Klaipeda um die Altstadt zu erkunden. Pampi, Gitte und Dieter im Benz mit Werner II nach Prevalka zum Mittagessen. Später begeben sich unser Werner und Pampi nochmal nach Nida um Grillfleisch und Bier aufzufüllen. Also heute nochmal grillen und auf das Ende der Reise vorbereiten.

 

Tag 13, Freitag 31. August – Abreise. Zurück zum Hafen in Klaipeda.

Einchecken natürlich die gleiche Prozedur wie bei der Hinreise, unteres Deck, Treppenhaus, Rezeption usw.

 

Tag 14, Samstag 1 September – zurück in Old Germany. Die Fähre ist picke-packe voll und wir brauche einige Zeit um von Bord zu kommen. Stefan möchte uns unbedingt noch etwas von Kiel zeigen, bevor wir zu unserer Unterkunft nach Osdorf kommen. Hat zeitlich so gerade noch geklappt bevor die Küche schließt. Eine Nacht noch hier, dann geht es morgen wieder heimwärts.

 

Tag 15, Sonntag 2. September – beim Frühstück meint Stefan: „fahrt doch Richtung Hamburg, im Elbtunnel ist doch um diese Zeit nix los….“ Ich wäre gern zurück über Lübeck gefahren. Aber was solls. Stau vor dem Elbtunnel, Stau im Elbtunnel, Stau hinter dem Elbtunnel, die gesamte A7 ist Stauland. Werners Moped beginnt zu hüsteln, ihm bekommt das stehen mit laufendem Motor nicht. Meinen Kühlerventilator hab ich vorher auch noch nicht so oft laufen hören. Wir fahren diesmal keine Autobahntankstellen an und tanken abseits. Erst in Nenndorf, dann im Autohof Lohne, hier wollten wir was essen. Es gibt einen Burger-King und eine Asia World. Das wollen nicht alle. Danach könnten wir ja in Merfeld noch ‘nen Kaffee und ‘ne Kleinigkeit… denkste. Der Imbiss macht erst in ½ Stunde auf. Da sind wir ja schon bald in Emmerich. Alle gesund zuhause, Motorräder ok, alles gut.

 

 

 

Mein Fazit:

 

Die Gruppe hat gut zusammengepasst, Für das Wetter kann keiner, aber da haben wir es ganz gut getroffen. Bei einer Reise in diesen Ausmaßen - zwei mal 22 Stunden Fähre und An- und Abreise Emmerich-Kiel-Emmerich - blieben für Litauen schon wegen der Entfernung zum Festland nicht eigentlich viel Motorradkilometer übrig. Die Nehrung hat mir sehr gut gefallen aber dafür braucht man nicht unbedingt ein Motorrad dabei zu haben.

Ich möchte mich nochmal, und denke auch im Namen der Gruppe, recht herzlich für die Einladung, die freundliche Aufnahme und Unterstützung bei Werner II bedanken. Ich hoffe, der Touareg ist wieder betriebsbereit und ich bin froh, dass wir alle wieder gesund zuhause angekommen sind.

 

 

Dieter, Tourguide