Wales 2014

Reisebericht Wales vom 07.06.2014 - 16.06.2014

 

Teilnehmer: Dieter H., Gitte, Diddi mit Waltraud, Toto mit Steffi, Pampi mit Biene, Heiko, Jörg, Werner M., Werner S, Katja, Peter mit Maeggie, Lutz mit Beate, Bernd mit Monika,

 

Abfahrt am Samstag, kurz nach 7:00 Uhr ab Hamminkeln zum Treffpunkt Tankstelle in Emmerich. Hier wurden unsere eher kleinen Tanks bis zum Rand befüllt (ähnl. einem Engl.

Bierglas). Heiko wartete schon an der Tanke und in kurzen Abständen trafen weitere Teilnehmer der Tour ein. (Herzliche Begrüßungen). Der Leader unserer Gruppe erschien am äußersten Rand der Ihm zugebilligten Karenzzeit mit Sozia und hatte “alle Zeit der Welt“. Er schob sich noch eine Fluppe zwischen die Mundwinkel, Während andere schon „warm laufen“ ließen. Es ging dann in aller Ruhe (und das war auch gut so) los. In Emmerich auf die Autobahn in Richtung Arnheim, Eindhoven, Gent, Brügge nach Dünkirchen. Unser Leader Pampi legte ziemlich genau alle 80 km eine Zigaretten- und/oder Tankpause ein. Dies war sehr angenehm. Das Auftanken an der ersten Autobahntankstelle in Belgien stellte die Gruppe vor ihre erste Herausforderung, denn es musste erst herausgefunden werden, dass erst bezahlt werden musste, bevor Kraftstoff in die Tanks fließen konnte. Da gab es dann die Überlegung: „Wieviel passt denn wohl rein?“ Bei einer weiteren Rast an der letzten belgischen Tankstelle setzte leichter Regen ein. Ein großer Teil der Gruppe zog sich die Regenkleidung über. Nach wenigen Kilometern jedoch war die Straße wieder trocken. Pampi führte die Gruppe ganz ohne Navi an (lediglich einen kleinen Spickzettel gab es). Er fand sogar noch Zeit für eine kurze (aber nicht ganz so geplante) Stadtbesichtigung in Dünkirchen. Ein schönes Städtchen. Erst während der „Stadtrundfahrt“ fiel mir persönlich auf, dass wir nun doch wohl schon in Frankreich waren. Eine entsprechende Beschilderung auf der Autobahn hatte ich wohl auf Grund des sich hier verdichtenden LKW-Aufkommens übersehen. Nach kurzer Orientierung ging es dann zu dem südlich der Stadt gelegenen Fährhafen. Auf dem Parkplatz vor dem Fähranleger wartete schon der Sauerländer Teil unserer Reisegruppe auf uns. Nach herzlicher Begrüßung und sofort beginnendem „Erfahrungsaustausch“- wie unter Bikern üblich - ging es nach kurzer Wartezeit auf die Fähre nach Dover. Als die Bikes verzurrt waren, ging es zum essen, trinken und quatschen auf die höher gelegenen Decks. Die Stimmung der Truppe war gut und so verging die Überfahrt „wie im Flug“. In Dover verließen wir die Fähre und sammelten uns auf einem Parkplatz direkt unterhalb der berühmten Kreidefelsen. Von hier aus ging es in flotter Gangart ca. 30 Meilen über die

Autobahn in Richtung Ashford. Ich hatte mich ja im Vorfeld schon auf das „legale rechts Überholen“ gefreut, aber auch ich/wir wurden nun rechts überholt (!) und das war dann auch erst einmal ein wenig gewöhnungsbedürftig. An der Ausfahrt Ashford verließen wir die Autobahn um zu dem von uns gebuchten Hotel zu gelangen. Am 2. Kreisverkehr (kurz vor dem Hotel) überholte uns dann ein weiteres Bike (mit BOH-Kennzeichen). Peter und Maeggie gesellten sich winkend zu unserer Truppe. Nun war unsere Reisegruppe komplett (13 Bikes). Nach dem „Abrödeln“ des Gepäcks, dem Bezug der jeweiligen Zimmer und einer kurzen Dusche versammelten wir uns beim ersten englischen Bier in der Hotellobby. In einer benachbarten engl. Restaurantkette sollte es was zu essen geben. Dies war aber auf Grund der Größe unserer Gruppe nicht so einfach. Im weiteren Verlauf des Abends musste sich der/die eine oder andere Teilnehmer/in eingestehen, dass es doch einiges an Anstrengung gekostet hat, so viele Kilometer (ca. 430 ohne Fährstrecke) hinter sich zu bringen. Es gingen zwar noch einige Biere durch die „staubigen Kehlen“ aber wir waren wohl alle bei Zeiten im Bett, um am nächsten Morgen fit die 2.Etappe angehen zu können.

Am nächsten Morgen war der größte Teil der Gruppe deutlich vor dem vereinbarten Zeitpunkt zum Frühstuck erschienen. Vielleicht lag es an der Zeitumstellung oder auch an der inneren Unruhe, was der zweite Reisetag, Sonntag uns noch so bringen sollte. Jedenfalls ging es pünktlich um 10 Uhr los. Noch einige Fotos mit der Gruppe vor dem Hotel geschossen und dann ab zur nächsten Tanke. Die Reisegruppe, die nun Ihre „Sollstärke“ erreicht hatte, sorgte an der Tanke für ordentliches Chaos. 13 Bikes wollten voll getankt werden (das dauert) und so mancher von uns hatte über Nacht wohl wieder auf Rechtsverkehr umgestellt, was hier und da zu Irritationen bei den einheimischen Verkehrsteilnehmern führte. Über die Autobahn ging es dann weiter an London vorbei in Richtung Reading, Swindon auf Bristol zu. Hinter Bristol gab es an einer Mautstelle, (an der Motorradfahrer jedoch nichts zu zahlen hatten) einen kleinen Rückstau. Wir stellten uns an unterschiedlichen Fahrspuren an und sammelten uns hinter der Zahlstelle auf der rechten Seite der Autobahn. Nachdem wir dachten, wir seien komplett, hatten wir es eilig, dort weg zu kommen und fuhren zügig weiter. Einige Meilen weiter an einer Raststätte mussten wir jedoch feststellen, dass wir unseren Jörg „verbummelt“ hatten. Allseits betroffene Mienen. Nach einer ausgiebigen Rast und entsprechendem Auftanken der Bikes ging es nun in Regenbekleidung weiter. Nach ca. einer Viertelstunde Fahrt war auch „unser Jörg“ wieder da! Auch er hatte nach anfänglicher „Verfolgungsfahrt“ eine Pause eingelegt und stand nun in einer Parkbucht an der Autobahn um sich zu orientieren, wo es denn wohl lang gehen sollte. Vollzählig, gut gelaunt, gesund und ohne Zwischenfälle erreichten wir bei feinstem Sonnenschein am Nachmittag unser Reiseziel Scurlage auf der Halbinsel Gower. Die Teilnehmer wurden mit gesundem Augenmaß auf die vorhanden Lodges aufgeteilt und bezogen das jeweilige Quartier. Den Abend begingen wir in der Gaststube auf dem Ferienhaus-Park mit reichlich Toasts und Kaltgetränken. Die Bar war mit 6 unterschiedlich bestückten Zapfhähnen versehen. Nach anfänglicher „Orientierung“ war da für jeden was dabei.

 

Montag (Tag 1 unseres Urlaubs vor Ort)

Nach einem original engl. Frühstück mit Beans & Sausages ging es um 10 Uhr los zu unserer 1. Tour. Unser Leader Pampi führte uns (mal wieder ganz ohne Navi, lediglich mit einem kleinen Spickzettel) über Swansea auf die Autobahn in Richtung Cannarthen an die

Cannarthen-Bay und hier in den wunderschönen Küstenort Tenby. Hier hatten wir 2 Std. Zeit zum verweilen. (Viel zu wenig Zeit für dieses wirklich schöne Städtchen.) Nach einer mehr oder weniger erfolgreichen „Jagd“ nach Stickern, Aufklebern oder Pins ging es nach einem Erfrischungsgetränk bei allerfeinstem Sonnenschein weiter über Landstraßen nach Lydstep, Pembroke, Harverfordwest nach Fishguard. Unmittelbar hinter Fishguard wurde an der Küste kurz für einen Orientierungsstop angehalten (Karte raus, wo sind wir und wo wollen wir noch hin). Nach 10 Min. ging es weiter durch den Pembrokshire-Coast-National-Park nach Cardigan. Von hier aus wieder südlich und über Llangeler zurück. Unterwegs wurde noch so gegen 17:00 Uhr in einem Pup etwas zu Mittag gegessen. Im weiteren Verlauf ging es über die Autobahn bis Swansea, wo aufgetankt und ein Supermarkt „gestürmt“ wurde. So gegen 18:30 waren wir wieder alle gesund und sehr geschafft (ca. 390 km überwiegend Landstr.) in unseren Unterkünften. Es wurde schnell geduscht und kurz mit den daheim gebliebenen telefoniert (Unwetter Zuhause), um dann schnellstens in die Gaststätte an unserem Ferienhaus-Park zu eilen. Eine Flüssigkeitsaufnahme in Form von Kaltgetränken war dringend notwendig, denn wir hatten den ganzen Tag über schönes Wetter und der Staub der Straße musste noch runter gespült werden. Einige nicht ganz so Durstige aus unserer Truppe hatten zwischenzeitlich ein Hallenbad mit Whirlpool auf dem Gelände des Ferienhaus-Parks entdeckt und legten erst noch eine „Wellness-Einheit“ ein, bevor es in die Gaststube ging.

 

Dienstag (Tag 2 unseres Urlaubs vor Ort)

Der Tag begann eher bedeckt u. kühl. Das Frühstück hatten wir ein wenig „eingedeutscht“.

Auf Wunsch gab es Bacon & Eggs, Toast, Käse und Honig. Nach dem Frühstück wurde über die nächste Tour nachgedacht. Tour ??? !!! ??? Es kam allgemein der Wunsch nach lediglich einer kleineren Ausfahrt auf. Ok, also vom Gelände runter, links rum, ca. 5 km zur nächsten Ortschaft (Proffitye ??) an der Küste. Mal kurz die Moppeds abgestellt und bis zum Abhang an der Steilküste gelaufen. Da kam die Sonne raus und schien unerbittlich. Katja musste sich mehrer (!) Schichten Kleidung entledigen. So wurde es dann doch ein längerer Fußmarsch entlang der interessanten Küste. Nach einem Erfrischungsgetränk oder Eis an einem unvermeidlichen Souvenirshop ging es zurück, an unserer Unterkunft vorbei, wieder durch den National-Park auf der Halbinsel Gower (walisisch: Gwyer) in Richtung Swansea. Hier aber an der Küste rechts abgebogen nach Mumbles. (Die Glanz- und Boomzeiten hatte dieser immer noch interessante Küstenort sicher hinter sich). Nach entsprechender Parkplatzsuche hatten wir wieder 2 Std. Zeit uns den Ort anzusehen. Dies taten wir fast ausnahmslos von einem Imbiss/Eisdiele am Hafen aus!! Am Nachmittag, immer noch bei schönstem Wetter, fuhren wir auf der nunmehr uns allen wohlbekannten kurvigen Strecke zurück nach Scurlage, wo wir den Rest des Nachmittags auf der Wiese zwischen unseren Bungalows verbrachten. Es wurde geredet, geraucht und Kaffee oder Dosenbier genossen. Manche von uns gönnten sich wieder eine Wellness-Einheit, andere wiederum gönnten ihrem Mopped etwas „Zuwendung“. Der Abend in „unserer“ Gaststube mit Kaltgetränken und warmen Abendessen nach Karte begann diesmal etwas früher.

 

Mittwoch (Tag 3 unseres Urlaubs vor Ort)

Der Tag begann wieder bedeckt und die Sonne wollte nicht so recht hervor kommen. Auch war Regen gemeldet. Ein Teil unserer Truppe wollte gerne zu einem Markt in Swansea. Ein anderer Teil war eher lustlos und überlegte, was man sonst noch so machen könnte. Der Anfangs „lustlose“ Teil der Gruppe entschied sich (nachdem Teil eins

zum Markt abgefahren war) zum nächstgelegen Strand zu fahren. Gesagt - getan. Wir fuhren ca. 1 Std. nach Abfahrt der „Marktgruppe“ los nach Port Eynon. Nach nur 3 km gelangten wir dort an die Strandpromenade. Hier waren 2 Bedienstete der Ortsverwaltung damit beschäftigt, den bei der letzten Flut auf die Promenade gespülten Sand dem Strand wieder zuzuführen. Wir konnten es nicht mit ansehen, wie die beiden „schuften“ mussten und halfen bereitwillig mit wertvollen Tipps. Das Wetter klarte auf und die Sonne kam hervor. Wir fuhren weiter über Horton einem Single-Track folgend nach Oxwich. Hier sollte hoch auf einem Hügel eine halb verfallene Burg besichtigt werden (Oxwich-Castle). Der Hügel hatte es in sich! Es gab nur eine relativ steile und kurze Auffahrt, die wir mit entsprechendem Elan auch alle irgendwie heile geschafft haben. Nun mussten wir auf diesem stark abschüssigen, grob geteerten, feuchten Weg, der teilweise auch mit Sand und leichtem Geröll bedeckt war wieder zurück. Unten, wo der Weg auf die Straße führte ging es spitz rechts zurück in den Ort. Hier war es dann so weit. Werner M. legte sein Mopped quasi aus dem Stand auf die Seite. Großer Schreck, aber außer einem gebrochenen Spiegelglas war nichts weiter passiert. Es ging weiter auf engen Straßen nach Llanmadoc(??). Auch hier sollte eine Burg zu besichtigen sein. Die Lauffaulen von uns passten auf die Moppeds auf und zogen sich schon mal die Regenkleidung über, denn es kamen sehr dunkle Wolken auf uns zu. Nach dem einsetzenden Regen ging es über sehr kurvige Sträßchen und nunmehr auch schlammige Single-Tracks weiter in Richtung Llangenith. Der von uns befahrene Weg war sehr rutschig geworden und es war schon eine echte Anstrengung das Mopped senkrecht zu halten. Irgendwo in dem nassen und rutschigen Teil haben wir den Schluss der Gruppe (Gitti & Dieter) verloren. Sofort setzte eine umfangreiche Suche nach den „Verschollenen“ ein. Wir haben die Beiden erst an unseren Unterkünften in Scurlage wohlbehalten wieder getroffen. (Wir waren wohl einmal abgebogen, ohne dass die zwei es haben mitbekommen können.) Der Regen hörte auf und die Sonne trat wieder hervor. Während wir noch unsere Ausrüstung reinigten, kam auch die „Marktgruppe“ zurück. Die Glücklichen“ hatten keinen Regen abbekommen. Der Abend verlief nach dem Motto: ”The same procedure than every evening!“

 

Donnerstag (Tag 4 unseres Urlaubs vor Ort)

Zum Frühstück erschien unser „Tischgenosse“ und Tourenfahrer Jörg mit „leicht arroganter Haltung“ und traurigem Blick. Der Ärmste hatte wie der Volksmund sagt: „Einen steifen Hals“. Ob es nun die ungewohnten Betten waren, (an denen eigentlich nichts auszusetzen war), ob es Zugluft war, (Zimmergenossen wollen einen ausgeprägten Hang zu Frischluft bei Ihm wahrgenommen haben), oder ob es gar an den Anstrengungen der vorausgegangenen Tage gelegen hat. Es ist müßig, darüber zu diskutieren. Fakt war, er konnte den Kopf kaum bewegen. Alle „Medizinmänner“ und -frauen schleppten sofort diverse Tabletten oder Salben an. Selbst Massagen waren im Angebot. Unser „Lazarus“ nahm vieles erst einmal dankbar an und entschied sich sodann aber richtig und konsultierte den auf der gegenüber liegenden Straßenseite residierenden örtlichen Mediziner. Motorrad fahren war für Ihn natürlich heute nicht drin. Somit startete unsere Tour mit 12 Maschinen. Bei der Aufstellung zur Tour war mir wohl aufgefallen, dass einige Mitglieder des Motor Club Eulen Emmerich die Farben angelegt hatten. Ich dachte noch darüber nach, ob heute wohl der offizielle Besuch einer örtlichen “Motorradfahrervereinigung" anstehen würde? Dann ging es auch schon los in Richtung Swansea, wo reger Verkehr herrschte. Es war nicht leicht für die Gruppe zusammen zu bleiben. An der Auffahrt zur Autobahn glaubte Peter seinem Navi mehr, als unserem erfahrenen Leader Pampi, und fuhr in die Entgegengesetzte Richtung auf. Alle weiteren Teilnehmer folgten Pampi, der mit deutlichen Handbewegungen auf die Richtigkeit seiner Old-School-Navigation hinwies. Also alle auf die Autobahn, an der nächsten Haltebucht links ran und warten auf Peter mit Maeggie. Es dauerte nicht lange und wir waren wieder vollzählig. Es ging weiter in Richtung Merthyr-Tydfil. Unser Leader führte uns zum Brecon-Beacons-Nationalpark. Ein sehr interessanter und von seiner Größe her überwältigender Nationalpark. Wer diesen Breacon Beacons-Nationalpark durchfahren hat und anschließend mal wieder in die Hooge Veluwe gelangt, der läuft Gefahr, dort Klaustrophobie zu bekommen. Zum Vergleich: Breacons Beacons-Nationalpark 1344 km2 -- Hooge Veluwe 54,5 km2 (Quelle: Wikipedia). Nach einem Fotostopp im Nationalpark gab es nach der Durchfahrt des Parks einen ausgedehnten Halt an der ersten von vielen weiteren noch folgenden mobilen Imbissbuden. Hier gab es alles, was der Biker zum Erhalt aller lebenswichtigen Funktionen so benötigt: Kaffee, Cola, Eis, Burger, Hot-Dogs etc., selbst ein „Holzpalais“ mit Sanitäranlagen war vorhanden! Auch ein Erfahrungsaustausch mit örtlichen Bikern konnte geführt werden. Weiter ging unsere Tour auf kurvigen Landstraßen in Richtung Llandovery. Nach der Ortsdurchfahrt stoppte unser „Tross“ am Straßenrand. Vorne schaute man auf Karten, in Navis und auf Spickzettel. Dann kam eine eindeutige Handbewegung zur Kehrtwende! Es ging zurück zur letzten Kreuzung. Hier nun leichte Irritation, kurze Diskussion und dann links ab, um eine Einheimische zu befragen. Es ging dann noch einige Yards weiter, um an geeigneter Stelle wieder eine Kehrtwende zu vollziehen. Wie mir nun auffiel, bestand unser „Tross“ nur noch aus 3 oder 4 Bikes. Der Rest parkte im Ort bzw. war gerade dabei eine Gaststätte zu „erstürmen“, vor der schon viele Motorräder parkten. Einige aus der Gruppe winkten, um uns auf noch freie Parkmöglichkeiten hinzuweisen. Wer warum dieses Chaos angezettelt hat entzieht sich bis heute meiner Kenntnis. Die Gruppe hatte sich komplett „verselbstständigt“. Pampi zeigte mit energischer Handbewegung, dass er nun auf dem richtigen Weg sei und wir Ihm folgen mögen. Es ging wieder Stadtauswärts auf der Lower Road. Einige Yards hinter dem Ortsausgangsschild bogen wir in einen Stichweg, der durch ein kleines Wäldchen zum Owls Nest Tea Room Diner führte. Einem bekannten Motorradtreffpunkt bei Llandovery, bei dem die Eulen aus Emmerich auch sofort mit Foto auf die Facebook-Seite gesetzt wurden. Wer echte Eulen kennt oder sich mit Ihnen befasst, der weiß, dass diese Ihre Nester nicht in belebten Ortschafen oder entlang von Hauptverkehrswegen bauen! Eulen-Nester liegen versteckt! Und... nur der Kuckuck besucht fremde Nester! Im Owls-Nest Tea Room Diner gab es hervorragenden Kuchen und leckeren Kaffee. Welche Eule auch immer in die Nähe von Llandovery gelangt, ich empfehle das Owls-Nest zu besuchen (allein schon wegen des Kuchens). Ansonsten liegt auch seit neuestem im Eulen-Nest am Abergsweg eine Speisen- u. Getränkekarte aus Llandovery aus. Nach einer ausgeprägten Verkostung von Speisen und Getränken in praller Sonne ging es am späten Nachmittag über kurvige Straßen wieder über Swansea zurück nach Scurlage. Hier wurde beim abendlichen kühlen Bier noch einmal das eine oder andere Erlebnis des sehr warmen Tages durchgesprochen. Auch erhitzte Gemüter kühlten spätestens nach dem zweiten Bier wieder ab!

 

Freitag (Tag 5 des Urlaubs vor Ort)

Zum Frühstück erschien unser erkrankter Jörg wie Tags zuvor. Es hatte wohl noch keine spürbare Besserung gegeben. Er hatte sich am Donnerstag irgendwo in der Ferienanlage eine Sonnenliege besorgt und wohl den überwiegenden Teil des Tages mit Ruhe und Sonnenbaden verbracht. Die Hälfte unserer Gruppe wollte am heutigen Tag einen großen Motorradfahrer-Ausrüster in der Nähe aufsuchen und nach geeigneten Angeboten Ausschau halten. (Pampi machte ein wenig Werbung für die besondere Passform der dort angebotenen Hosen). Nachdem dieser Teil der Gruppe aufgebrochen war, überlegten Dieter, Gitte, Peter, Maeggie, Katja und Werner S, was man an so einem schönen Tag wie diesem denn sonst noch so anstellen konnte. (Weites fahren war nicht so gewünscht.) Baden an einem schönen Strand in der Nähe erschien uns eine gute Idee zu sein. Hier bot sich Port Eynon mit seiner Strandpromenade und der kurzen Entfernung direkt an. Aber das wiederum erschien uns zu einfach. Wir suchten die ultimative Lösung! So fuhren wir Richtung Horton, denn da sollte ja auch ein Strand sein. War er auch, allerdings sehr naturbelassen. Also die ultimative Lösung war das nun nicht. Somit ging es weiter über den uns bereits bekannten Single-Track nach Oxwich-Beach. Das war dann schon was anderes (fing ja auch mit Parkgebühren an). Am oberen Ende des Strandes befanden sich einige Betriebe der Gastronomie. Das war schon mal gut. Sandstrand? Ja, war auch da. Daran schloss sich dann das Watt an und in einiger Entfernung glitzerte auch das Meer. Gitte, Maeggie u. Katja machten es sich am Strand auf den mitgebrachten Decken bequem. Peter war den Damen behilflich. Dieter und der Verfasser dieser Zeilen bezogen einen „Beobachtungsposten“ auf der Außenterrasse einer Taverne oberhalb der badewilligen Sonnenanbeter. Wir besorgten uns einschlägige Kaltgetränke und versicherten den anderen, dass wir auf ihre persönlichen Habseligkeiten acht geben würden, so lange sie denn schwimmen wollten. Die Einen erfrischen sich im Meer und die Anderen in der Taverne und alle waren glücklich und zufrieden. Bis... ja, bis wir der Meinung waren, es sei ein sooo schöner Tag, da sei ja wohl noch mehr drin! Eine kleine Fahrt vielleicht noch so übers Land .... ..? Peter tippte auf seinem Navi herum, und es ging durch herrliche Landschaften, eine leicht ansteigende Straße hinauf nach Llangeneyth. Hier entdeckten wir das Gasthaus „Kings Head“. Nachdem die Bikes auf der nun wieder abschüssigen Straße gegenüber der Gaststube halt gefunden hatten, ließen wir uns in dem einladenden Biergarten vor dem Gasthaus nieder. Wir genossen leckerste Speisen und Getränke bei herrlichem Sonnenschein und einem interessanten Ausblick. Blick über die idyllische Dorfkirche hinauf zu grün bewachsenen Hügeln, über denen Paraglider am Himmel schwebten. Dahinter musste das Meer sein. Was für ein schöner Tag - und er sollte noch lange nicht zu Ende sein, denn heute fing das Treffen des MCC Welsh-Coast an. Das Festgelände befand sich ca. 1 km von unserer Unterkunft entfernt. Zurück an unserer Unterkunft trafen wir auf unsere „Power-Shopper“, die fette Beute gemacht hatten. Die Hosen hatten wohl die Passform gewechselt - oder hatte sich gar der Körper verändert? Alternativ konnte jedoch eine tolle Jacke erstanden werden. Auch Helme gab es paarweise günstiger. Sogar ein guter Service wurde angeboten: Versand an die Heimatadresse war möglich. Also auch hier war der Tag ein voller Erfolg! Gegen Abend zog es die Wellness-Fraktion“ ins Bad, während ein anderer Teil in die Gaststube auf dem Platz ging. Dieter, Gitte, Pampi, Heiko, Peter, Maeggie, Katja und Werner S. gingen zum Treffen des MCC Welsh-Coast auf das Festgelände und feierten mit Bikern, die aus verschiedenen Ländern Europas angereist waren.

 

Samstag (unser letzter Urlaubstag vor Ort)

Direkt nach dem Frühstück verabschiedeten sich die „Sauerländer“ Bernd, Monika, Lutz und Beate von der Gruppe. Sie wollten, wie geplant, heute den Heimweg antreten. Im weiteren Verlauf der Reise hatte Lutz wohl noch kurz vor dem Erreichen der Fähre einen Platten am Hinterrad. Nach vielen Telefonaten und einigem Zeitverzug soll jedoch die Reise weiter gegangen sein. Jörg war sichtlich abgekämpft zum Frühstück erschienen. Er hatte in der Nacht wohl kaum Schlaf gefunden und überlegte nun, wie er sich und das Mopped nach Hause bekommen sollte. Viele Ideen wurden diskutiert und auch wieder verworfen. Wir einigten uns darauf, er sollte bis morgen, unserem Abreisetag warten, ob nicht doch noch eine Besserung eintritt. Er würde dann von uns in die Mitte genommen werden und wir wollten Ihn nach hinten abschirmen, so dass er sich nicht umschauen muss und möglichst per Spiegel fahren kann. So war es fast Mittag geworden, die Sonne war wieder da und jeder überlegte, wie er den letzten Urlaubstag vor Ort genießen wollte. Für Katja, Werner M. und Werner S. sollte es wieder ein Badetag werden. Diesmal fuhren wir, ohne über evtl. Alternativen nachzudenken, direkt nach Port Eynon und genossen Sonne, Wasser und was es sonst so am Strand alles zu erleben gibt. Werner M. lockte unter heftigem Stampfen Wattwürmer an die Oberfläche und sammelte Muscheln und sonstiges schönes „Strandgedöns“, dass er dann zur Freude von Kindern wiederum an diese verteilte. Da wir uns mangels Sonnencreme (wer nimmt schon Sonnencreme mit nach England?) nicht eingeschmiert hatten, bekam nun der ganze Körper die Chance auf einen Sonnenbrand. Diese Chance nutzte er auch sofort!! (Wie blöd darf man eigentlich sein?) Am vorgerückten Nachmittag wurde es uns nun zu warm und wir fuhren noch einmal nach Llangennith zum „Kings Head“. Auch den Ort selbst schauten wir uns nun etwas genauer an. In der kleinen Kirche gaben Katja und Werner M. noch einige Strophen eines bekannten Gospels.

Am Abend ging es noch einmal mit der gleichen Truppe wie am Vortag zum Treffen des MCC Welshcoast auf die Festwiese. Es war ein kurzer Besuch, denn wir mussten am nächsten Tag fit sein für die Heimreise.

 

 

Sonntag (der erste Tag unserer Heimreise)

Bereits in aller Frühe herrschte überall in und vor unseren Unterkünften geschäftiges „Gewusel“. Es wurde gepackt, verpackt, aufgeschnallt und festgezurrt was das Zeug hergab. Dann eilten wir pünktlich um 9.00Uhr zum Frühstücksraum.., aber der war zu und der blieb zu!! Da half auch alles klopfen und rufen nichts. Sonntags gibt es dort kein Frühstück. Unsere Laune war abrupt auf einem Tiefpunkt angelangt. Ohne Frühstück auf Tour? Wie soll das denn gehen? Wir sammelten uns zur Abfahrt und plötzlich tauchten aus den Taschen und Rucksäcken unserer „Selbstversorger“ so genannte Lunchpakete auf. Es wurde brüderlich geteilt, so das noch jeder eine Kleinigkeit zum Kauen zwischen die Zähne bekam. Selbst eine übersichtliche Portion Dauerwürstchen war noch im Angebot. Es blieb auch nichts übrig. Selbst Kekse fanden ihre Abnehmer. Es ging los. Ein letztes Mal an Festzelt des MCC Welsh-Coast vorbei, durch den Gower-Nationalpark, in Richtung Swansea und auf die Autobahn in Richtung Cardiff und Newport. Hier machten wir wieder an der Raststätte eine Pause, an der wir auf dem Hinweg unseren Jörg vermisst hatten. Dieses Mal hatten wir ihn dabei! Es gab Kaffee und sonst noch alles, was man zum Brunch so braucht. Gut gestärkt ging es über Bristol, Swindon, Reading und an London vorbei nach Ashford. Unterwegs, (kurz hinter Bristol) verließ uns unser Old-School-Navigator und Leader Pampi, um noch einige Tage seine Schwester zu besuchen. Peter übernahm und führte uns zu unserem Hotel in Ashford. Hier kannten wir uns gut aus. Wir bezogen die uns zugeteilten Zimmer, duschten oder erfrischten uns und trafen kurz darauf in der Hotellobby wieder zusammen. Dieses Mal speisten wir im Hotel, denn das in der Nähe liegende Restaurant hatte sich auf dem Hinweg nicht um uns verdient gemacht. Die Speisen im Hotel waren ok, (das Bier sowieso) und das Personal bemühte sich um jeden Gast.

 

Montag ( der zweite und letzte Tag unserer Heimreise)

Der Tag begann ähnlich dem Tag vorher. Frühes packen und verzurren von Gepäck. Danach Frühstück im Hotel. Die ganz Frühen unter uns konnten sich hier noch von Peter und Maeggie verabschieden, die Beiden wollten die 10:00 Uhr Fähre in Dover bekommen. Der nun verbleibende Rest der ehemals recht großen Reisegruppe hatte die 12:00 Uhr Fähre in Dover gebucht. Da wir noch genügend Zeit hatten, frühstückten wir ausgiebig. Ab Ashford übernahmen nun Heiko und Dieter die Führung. Wir erreichten den Fährhafen Dover zeitig und verweilten noch ein wenig, bis wir auf die Fähre konnten. Die Zeit der Überfahrt verging wieder schnell bei Speisen und Getränken, sowie intensiven Gesprächen über die letzten Tage. Von Dünkirchen an übernahm Dieter die Navigation und führte uns von Tankstelle zu Tankstelle durch Frankreich, Belgien und die Niederlande wieder zurück nach Emmerich. Wir hatten auf dem ersten Stück Autobahn in Belgien einen heftigen Wind von vorn links (Seeseite), so dass das Fahren für alle, die sich nicht hinter einer Vollverkleidung ducken konnten sehr anstrengend war. Hinzu kam, dass es auf den letzten ca. 100 km deutlich zügiger voran ging als zuvor. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass der Eine oder Andere doch damit spekuliert hat, noch einen Teil des ersten Spieles der Deutschen Nationalmannschaft sehen zu können. (Dies ist wohl nur Peter gelungen, der nach eigenen Angaben „rechtzeitig zum Anpfiff bei Maeggie“ war. (selbst Schuld)

 

Wir sind alle heile wieder Zuhause angekommen und das ist das Wichtigste. Es war eine tolle Tour in eine überaus interessante Gegend. Auch das Wetter hat bestens mitgespielt. Ich möchte mich auf diesem Weg noch einmal bei allen bedanken, die diese tolle Reise geplant und organisiert oder in irgendeiner Art und Weise zum Gelingen beigetragen haben.

Werner Sember